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    "The Last Of Us" Folge 1: Das Ende erklärt – und was der Song im Abspann für die nächsten Episoden bedeutet
    Markus Trutt
    Markus Trutt
    -Redakteur
    Seit „Silent Hill“ ihm gezeigt hat, dass es doch auch gute Videospieladaptionen geben kann, hält Gamer Markus sehnsüchtig Ausschau nach weiteren.

    Der Abschluss der ersten Folge von „The Last Of Us“ deutet bereits Düsteres für Folge 2 an. Wir nehmen die letzten Momente etwas genauer unter die Lupe und erklären, was das eigentlich für ein Lied ist, das wir da am Ende hören.

    HBO

    Bei einer stolzen Laufzeit von 80 Minuten ist schon die erste Episode von „The Last Of Us“ ordentlich vollgepackt. Der Auftakt nimmt sich dabei viel Zeit für die Ein- und Zusammenführung der wichtigen Figuren und Settings, um alles so weit in Stellung zu bringen, dass es nun mit der eigentlichen Haupthandlung so richtig losgehen kann.

    Der vom Verlust seiner Tochter auch 20 Jahre später noch schwer gezeichnete Joel (Pedro Pascal) trifft inmitten der andauernden Pilz-Apokalypse auf die junge Ellie (Bella Ramsey), die er wider Willen zu Anhängern der Firefly-Rebellen schaffen soll. Die suchen nämlich noch immer nach einer Heilung für die grassierende Pandemie, für die die immune Ellie womöglich den Schlüssel in sich trägt.

    Am Ende von Folge 1 haben es Joel, seine Partnerin Tess (Anna Torv) und Ellie erfolgreich (wenn auch mit einem tödlichen Zwischenfall) aus der vom Militär kontrollierten Bostoner Quarantänezone herausgeschafft und machen sich nun auf den Weg durch die verwüstete Metropole. Dass das kein Spaziergang wird, dürfte angesichts der finsteren Lage der Welt klar sein. Aber auch die letzten Einstellungen deuten das bereits an...

    » "The Last Of Us" bei WOW*

    Finsteres Foreshadowing mit Depeche Mode

    Parallel zu ihrem Aufbruch in das kontaminierte Gebiet jenseits der schützenden Mauern der Quarantänezone sehen wir noch einmal das Radio/Funkgerät in Joels und Tess’ Apartment, das plötzlich anspringt und einen ganz bestimmten Song spielt, bei dem sich einige Zuschauer und Zuschauerinnen nicht nur gefragt haben dürften, was für ein Lied das genau ist, sondern vor allem auch aus welchem Jahrzehnt es stammt.

    Schließlich wurde vorher in der Folge etabliert, dass ein gewisser Bill und sein Partner Frank den Radiofunk nutzen, um mit Joel und Tess in codierter Form in Kontakt zu treten: Wenn sie einen Song aus den 60er Jahren spielen, bedeutet das, dass sie neue Ware für das Schmuggler-Duo haben, ein Song aus den 70ern meint hingegen das Gegenteil. Und ertönt etwas aus den 80ern, wird damit vor Problemen oder Ärger gewarnt.

    Ist "The Last Of Us" auch als Serie ein Meisterwerk? So gut ist die langersehnte Videospieladaption

    Selbst wenn man sich nicht mit der Musikgeschichte auskennt, hat man es anhand des ganzen Aufbaus der Funkgerät-Thematik wahrscheinlich geahnt: Am Ende der ersten „Last Of Us“-Folge ist tatsächlich ein Musikstück aus den 80ern zu hören. Bei dem Song, der auch noch in den Abspann übergeht, handelt es sich nämlich um das 1987 erschienene „Never Let Me Down Again“ der Synthie-Pop-Gruppe Depeche Mode.

    Das steckt hinter der Song-Auswahl

    Dass die Wahl genau auf diesen Song fiel, ist – wie so vieles in der Adaption – übrigens ebenfalls eine Hommage an die beliebte „The Last Of Us“-Videospielvorlage, wie Showrunner Craig Mazin („Chernobyl“) verriet. In der ersten Folge des offiziellen Podcasts zur „Last Of Us“-Serie erklärt Mazin, dass auch in den Spielen mehrfach eigentlich beschwingte 80s-Musik genutzt wurde, um daraus dann etwas Düsteres oder Melancholisches zu machen (man denke nur an Ellies herzzerreißendes Cover von a-has Welt-Hit „Take On Me“ in „The Last Of Us Part II“).

    In „Never Let Me Down Again“ (zu Deutsch etwa „Enttäusch mich nie wieder“ oder „Lass mich nie wieder im Stich“) würde diese Ambivalenz sogar schon im Song selbst stecken, stehen die zunächst fröhlich anmutenden Klänge doch im starken Kontrast zum Text, in dem es um eine von Drogensucht überschattete Freundschaft geht. Von der Drogenthematik einmal abgesehen, ist das Lied auch schon ein Verweis auf Joels und Ellies kommende komplexe Beziehung, in der es immer wieder darum geht, dass der eine sich vom anderen im Stich gelassen fühlt, sie letztlich aber doch füreinander da sind, wenn es darauf ankommt.

    Tatsächlich wird das Lied später in Staffel 1 noch einmal auf andere Weise auftauchen, wie genau wollen wir aber noch nicht verraten. Spitzt also in den kommenden Wochen beim Schauen am besten eure Ohren. Den erwähnten Podcast könnt ihr euch übrigens hier anhören:

    Vor was für einer Bedrohung die hier noch nicht aufgetauchten Bill und Frank (in der Serie gespielt von Nick Offerman und Murray Bartlett) mit dem Depeche-Mode-Song genau warnen, bleibt allerdings noch unklar. In der von blutrünstigen Mutanten und nicht weniger brutalen Plünderern bevölkerten Welt lauern jedenfalls allerlei Gefahren, von denen wir auch in der Serie noch so einiges zu Gesicht bekommen werden. Fakt ist, dass Joel und Tess wohl davon abgehalten werden sollen, sich derzeit Bills und Franks Aufenthaltsort zu nähern – eine Warnung, die sie jedoch nicht mehr hören. Aufgelöst wird das Ganze allerdings erst in Folge 3, so viel sei an dieser Stelle schon mal vorweggenommen, ohne zu spoilern.

    Was ist das für ein Schrei am Ende von Folge 1?

    Dass aber auch schon in Folge 2 nichts Gutes auf Joel, Ellie und Tess wartet, teasen schon die finalen Sekunden der ersten „Last Of Us“-Episode. Hier sehen wir das zerstörte Stadtpanorama, in dem sich die Reste der Bostoner Skyline inklusive zweier ineinander gekrachter Hochhäuser unheilvoll vor dem stürmischen Nachthimmel abzeichnen – ein Anblick, der nahezu eins zu eins aus der Spielvorlage übernommen wurde.

    Ein unheimliches Geräusch, das dabei in der Ferne ertönt und das Kenner*innen der Spiele nur zu gut kennen, steigert die Angst vor dem Kommenden dann noch zusätzlich. Zu hören ist hier nämlich der charakteristische Schrei eines sogenannten Clickers. Clicker sind in der Welt von „The Last Of Us“ Mutanten, die schon länger mit dem Cordyceps-Pilz infiziert sind und durch die Überwucherungen in ihrem Gesicht zwar nichts mehr sehen, dafür aber umso besser hören können – und auch deswegen äußerst tödlich sind. Das wird sich dann auch in Folge 2 der Serienadaption zeigen, die am 23. Januar 2023 in den (sehr) frühen Morgenstunden beim Sky-Streamingdienst WOW erscheint.

    *Bei diesem Link zu WOW handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

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