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    TV-Tipp: Dieses extrem teure Fantasy-Abenteuer ist an den Kinokassen gefloppt – dabei hat es das gar nicht verdient!
    Sidney Schering
    Sidney Schering
    -Freier Autor und Kritiker
    Sidneys Lieblingsfigur ist Donald Duck, sein erster Kinofilm war Disneys „Aladdin“ und bereits in der Grundschule las er eine Walt-Disney-Biografie. Wenn er könnte, würde er ins Disneyland auswandern, aber da das nicht geht, muss ihn seine Disney-Sammlung bei Laune halten.

    Jake Gyllenhaal beehrt das Bombastkino nur selten mit seiner Anwesenheit. Bevor er sich durch „Spider-Man: Far From Home“ grinste, gab er in der Videospieladaption „Prince Of Persia“ den Helden. Heute läuft das Fantasy-Abenteuer im Free-TV.

    Der große Erfolg von „Fluch der Karibik“ war für Disney und Produzent Jerry Bruckheimer Fluch und Segen zugleich. Segen, weil das heute als Hitmaschine bekannte Maushaus anno 2003 dringend einen satten Hit benötigte. Und auch „Armageddon“-Macher Bruckheimer wird sich kaum darüber beklagt haben, nach ein paar kommerziellen Enttäuschungen wieder auf der Überholspur zu landen.

    Fluch insofern, als dass Disney und Bruckheimer die Begeisterung des Publikums fehlgedeutet haben. Sie ließen weitere Mischungen aus Action, Abenteuer und totgeglaubten (Sub-)Genres folgen, alles im (Fehl-)Glauben, die Piratenmagie damit wiederholen zu können. Das mündete in kostspielige Flops wie „Prince Of Persia: Der Sand der Zeit“. Die Videospieladaption sollte ein ganzes Kino-Franchise in Gang setzen, doch da der Blockbuster weltweit nicht einmal 337 Millionen Dollar einnahm, wurden diese Pläne sofort wieder unter dem Wüstensand begraben.

    Das machte die 200-Millionen-Dollar-Produktion zu einem schnell vergessenen Disney/Bruckheimer-Rückschlag – sowie zu einem LEGO-Kuriosum, bekam sie doch eine ganze Reihe an LEGO-Sets spendiert, die inzwischen trotz Seltenheitswert sehr günstig weggehen. Dabei ist „Prince Of Persia“ zwar kein makelloses, wohl aber vergnügliches Abenteuerkino, das mehr Erfolg verdient gehabt hätte. Falls ihr euch davon überzeugen möchtet: Heute, am 18. April 2024, läuft „Prince of Persia“ ab 20.15 Uhr im Disney Channel.

    "Prince Of Persia": Stattlich ausgestattetes, amüsantes Abenteuer

    Der persische Prinz Dastan (Jake Gyllenhaal) führt mit seinen Brüdern einen Angriffskrieg gegen die Stadt Alamut – und zwar im Glauben, dass diese Waffen an die Feinde Persiens liefert. Dastan entdeckt dabei einen mysteriösen Dolch, mit dessen Hilfe sich die Zeit für einige Sekunden zurückdrehen lässt.

    Als Persiens König Sharaman während der Siegesfeier ermordet und Dastan zum Hauptverdächtigen wird, macht er sich auf, seine Unschuld zu beweisen. Dabei kommt ihm der Dolch ebenso gelegen wie die eingangs widerwillige Hilfe von Prinzessin Tamina (Gemma Arterton). Gemeinsam decken sie eine Verschwörung auf...

    Gefragter als Johnny Depp: Dieser Schauspieler hält ungewöhnlichen Rekord – dabei habt ihr sicher nie von ihm gehört!

    Um den Elefanten aus dem Raum zu schaffen: Jake Gyllenhaal als persischen Prinzen und Gemma Arterton als Orient-Prinzessin zu besetzen, ist ein Schlag ins Gesicht jener, die allein aufgrund ihrer Herkunft keine Hollywood-Hauptrollen erhalten. Noch dazu ein vermeidbarer, war doch beispielsweise die aus dem Iran stammende, spätere „Pirates Of The Caribbean: Salazars Rache“-Nebendarstellerin Golshifteh Farahani ursprünglich als Tamina vorgesehen!

    So inakkurat und unfair das Casting auch ist: Gyllenhaal und Arterton machen Spaß in ihren Rollen! Gyllenhaal erlebt man sonst selten in selbstbewusst-freundlichen Heldenrollen, doch als Dastan beweist er, dass er in ihnen jederzeit punkten könnte, wenn er wollte: Er ist hochmütig, aber wohlmeinend, etwas tapsig und schlagfertig – so oder so ähnlich wäre wohl Gyllenhaals Peter Parker/Spider-Man geworden, hätte er tatsächlich, wie zwischenzeitlich geplant, Tobey Maguire in „Spider-Man 2“ beerbt.

    Das Casting von Arterton wiederum ist ein Versuch, die geniale Besetzung von Keira Knightley als Elizabeth Swann zu wiederholen: Die Britin gibt die Heldin, die Abenteuer reizend findet, aber nun widerwillig in eines geschleppt wird, als belesen, kühn, galant und charmant-schnippisch. Das ist kein Stück originell, jedoch verleiht Arterton ihrer Figur ihren ganz eigenen Dreh, vor allem hinsichtlich der humoristischen Komponente.

    Prince Of Persia - Der Sand der Zeit
    Prince Of Persia - Der Sand der Zeit
    Starttermin 20. Mai 2010 | 2 Std. 06 Min.
    Von Mike Newell
    Mit Jake Gyllenhaal, Gemma Arterton, Ben Kingsley
    Pressekritiken
    2,6
    User-Wertung
    3,3
    Filmstarts
    3,0
    Auf Disney+ streamen

    Der Schwerpunkt liegt allerdings im klassischen Abenteuergefühl, mit dem sich „Prince Of Persia“ von „Fluch der Karibik“ abhebt: Während Gore Verbinski mit einer Rocker-Attitüde an sein Piratenspektakel herangetreten ist, aktualisiert „Donnie Brasco“-Regisseur Mike Newell behutsam die verzauberten Orient-Swashbuckler aus dem alten Hollywood.

    Die prunkvollen Sets und Kulissen, die schwelgend in Szene gesetzt werden, tragen „Prince Of Persia“ ebenso wie die Abenteuerromantik, die durch die Luft flirrt, während Dastan und Tamina im heißen Sand zanken, zusammenwachsen und um ihr Leben kämpfen.

    Auch der Score von Harry Gregson-Williams stimmt wesentlich altmodischere Klänge an als die Musik aus „Fluch der Karibik“. Über die ein, zwei Durststrecken dieses Ausflugs durch eine bildschöne, weitläufige Welt voller Gefahren trügt dies leider nicht hinweg. Oder über das Finale, das den „Alte Schule, neu gedacht“-Ansatz für ein grausiges Effektfeuerwerk über Bord wirft.

    Diesen Abstrichen zum Trotz ist „Prince Of Persia“ ansehnliches Abenteuerkino, das nicht nur wegen seiner Figuren und seiner Ausstattung gefällt. Sondern auch wegen seiner flotten Actionszenen, die mit waghalsigen Parcours-Sprüngen und skurrilen Anblicken wie einem Straußen-Rennen gespickt sind...

    Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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